Wissen rund
um Bienen.
Die häufigsten Fragen, die mir am Stand und im Markt gestellt werden, sachlich, kurz, aus eigener Erfahrung. Wenn etwas fehlt, einfach fragen.
Bienen & Umwelt
Honigbienen sind weit mehr als Honigproduzenten. Sie sind ein Schlüssel zur biologischen Vielfalt direkt vor unserer Haustür.
Was tun Bienen für die Umwelt?
Honigbienen bestäuben rund 80 Prozent unserer heimischen Nutz- und Wildpflanzen. Ohne sie gäbe es weniger Äpfel, Kirschen, Rapsöl und Erdbeeren, und auch viele Wildkräuter würden verschwinden.
Ein einziges starkes Volk besucht an einem guten Tag mehrere Millionen Blüten. Wer Bienen hält, pflegt damit auch seine Region.
Sind Honigbienen gefährlich?
Buckfast-Bienen sind ausgesprochen friedfertig. In nahezu 80 Prozent der Fälle gehe ich ohne Schleier an die Bienen und nutze nur meine Pfeife. Die Angst, gestochen zu werden, lässt mit der Zeit nach.
Wer den Flug nicht versperrt und sich ruhig bewegt, wird kaum bemerkt. Auch Radfahrer auf dem Buschweg, die vor meinem Stand vorbeifahren, haben seit 40 Jahren keine Probleme gehabt.
Was kann ich selbst für Bienen tun?
Auch ohne eigene Imkerei: bienenfreundliche Pflanzen im Garten oder am Balkon, keine Pestizide, ein Stück „Wildecke" stehenlassen, im Spätsommer eine flache Wasserstelle. Das hilft Honig- und Wildbienen gleichermaßen.
Die Buckfast-Biene
Eine englische Zuchtrasse aus dem Benediktinerkloster Buckfast, und meine Wahl seit 1983.
Wissenswertes zur Buckfast-Biene
Die Buckfast-Biene ist eine Zuchtrasse der Westlichen Honigbiene, von Bruder Adam im englischen Benediktinerkloster Buckfast ab 1916 gezüchtet. Sie kombiniert die besten Eigenschaften verschiedener Honigbienen-Unterarten.
- Eigenschaften
- Fruchtbarkeit, Fleiß und Sammeltrieb sowie Krankheitsfestigkeit und Schwarmträgheit.
- Vorteile
- Schneller Aufbau starker Völker und leicht zu beherrschender Schwarmtrieb.
- Wesen
- Friedfertig, gut führbar, ideal für Hobby-Imker.
Wie entsteht Honig?
Vom Nektar in der Blüte bis ins Glas, die wichtigsten Schritte in der Kurzversion.
Was machen die Bienen mit dem Nektar?
Sammelbienen tragen Nektar aus Blüten oder Honigtau aus Baumkronen in den Stock. Dort geben sie ihn an Stockbienen weiter, die ihn mehrfach umtragen, mit Enzymen anreichern und entwässern.
Sobald der Wassergehalt unter rund 18 Prozent liegt, wird die Zelle mit Wachs verdeckelt. Dann ist der Honig reif für die Ernte.
Was passiert bei mir nach der Ernte?
Die verdeckelten Waben werden vorsichtig entdeckelt und beim Imker zu Hause in einer Handschleuder geschleudert. Der Honig läuft durch ein feines Sieb, ruht ein paar Tage und wird dann von Hand abgefüllt, Glas für Glas, mit Etikett und Los-Nummer.
Wie viel Honig gibt ein Volk?
Der Ertrag ist sehr abhängig von Wetter und Tracht. Ein Wintervolk umfasst ungefähr 6.000 Bienen, ein Sommervolk hingegen rund 50.000 Bienen. In einem guten Jahr liefert ein einziges Volk etwa 25–40 kg Honig.
Honig lagern & genießen
Wer ein paar einfache Regeln beachtet, hat lange Freude am Glas.
Wie lagere ich Honig richtig?
Dunkel, trocken und kühl, Zimmertemperatur oder leicht darunter, niemals im Kühlschrank. Glas fest verschließen, nicht in die Sonne stellen.
So bleibt Honig jahrelang genießbar. Das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Glas ist eine gesetzliche Pflicht, kein Verfallsdatum.
Mein Honig ist kristallisiert, ist er kaputt?
Im Gegenteil: Honig soll kristallisieren. Das ist ein Zeichen für naturbelassenen, reifen Honig. Wer ihn wieder flüssig haben möchte, stellt das Glas vorsichtig in ein warmes Wasserbad (max. 40 °C, höhere Temperaturen zerstören Aromen und Enzyme).
Darf ich Honig in heißem Tee verrühren?
Lieber nicht. Über 40 °C verliert der Honig seine wertvollen Enzyme und auch einen Teil des Aromas. Tee ziehen lassen, etwas abkühlen, dann süßen. Dann schmeckt er auch besser.
Die drei Sorten unterscheiden
Jede meiner drei Sorten hat ihren eigenen Charakter, eine schnelle Übersicht.
Was unterscheidet meine drei Honige?
Raps- & Obstblütenhonig (April–Mai): hell, mild, cremig nach Mandel und Apfelblüte. Ideal zum Frühstück.
Wald- & Blütenhonig (Juni): dunkel, würzig, malzig. Zum dunklen Brot, zu Käse.
Lindenhonig (Juli): hell, mentholisch-frisch, mit feiner Säure. Pur zum Tee.
Ausführliche Beschreibungen auf der Sortimentseite.
Das Bienenjahr
12 Monate Imker-Praxis am Niederrhein, wann passiert was am Stand?
